Das Bachneunauge

Das Bachneunauge ist in Lettland verhältnismäßig weit verbreitet, aber man kann ihn nur am Anfang des Sommers bemerken, wenn es sich an den Laichplätzen sammelt. Das Bachneunauge ist ein Zeichen für reine Gewässer, es lebt nicht in unreinen Gewässern. In Lettland fehlt es noch nicht an reinen, unverseuchten Gewässern. In Westeuropa ist es eine seltene und besonders geschützte Art. Das Bachneunauge ist das kleinste von den drei in Lettland lebenden Neunaugenarten (es erreicht nur selten eine Länge von 20cm). Es unterscheidet sich von dem Flussneunauge und dem Meerneunauge damit, dass das Bachneunage in seinem Leben keine halbparasitäre Phase hat, in der die Flussneunaugen und Meerneunaugen sich an lebenden Fischen anheften um von deren Muskeln und Körperflüssigkeiten zu leben. Das Bachneunauge wandert nicht und verbringt sein ganzes Leben, dass höchstens 6-7 Jahre dauert, in einem Bach. Zudem verbringt das Bachneunauge die meiste Zeit seines Lebens im Larvenstadium, eingegraben im Schlamm des Baches. Hier ernährt es sich von Detritus, dass von den Überresten von Pflanzen und Tieren gebildet wird. Das Bachneunauge verlässt den sandigen und schlammigen Boden fast nie. Die Larve hat keine Augen und man kann sie leicht mit einem Wurm verwechseln. Nur am Ende seiner Lebenszeit verwandelt sich die Larve in das erwachsene Bachneunauge um, der Darm degeneriert sich, das Neunauge hört auf sich zu ernähren und alle seine Kräfte werden dem letzten großem Ziel gewidmet – dem Laichen. Es ist interessant, dass die Larven immer größer sind als die Erwachsenen. Manchmal laichen noch nicht erwachsene Tiere in ihrem Larvenstadium(Neotenie).

Das Bachneunauge beginnt am Anfang des Sommers zu laichen, wenn die Wassertemperaturen mindestens 150C sind. Als Laichplatz wird ein Stelle gesucht, wo der Wasserlauf schneller ist und der Boden kieselig. Hier machen die Männchen Laichgruben. Die Befruchtung geschieht, indem die Männchen sich an den Kopf der Weibchen ansaugen und sich ihre Körper zusammenwinden.

Die Menschen essen das Bachneunauge nicht, weil das Sekret der Hautdrüsen giftig ist und das Gift sich bei Hitze nicht auflöst.