Ein Hirsch im Obstgarten

Für die Rothirsche ist der harte Winter eine schwere Prüfung, weil das Baltische Klima für sie wegen der schneereichen Winter nicht günstig ist. Jetzt, wo der Schnee gefroren ist, können die Hirsche sich leicht auf dem Schnee bewegen und von Wölfen und Hunden fliehen. Im Sommer fressen Rothirsche verschiedene Kräuter, aber im Winter kleine Büsche, Holzrinde und Triebe. Eine dünne Schneedecke können sie aufkratzen um an Moos zu kommen, aber mit einer dicken oder gefrorenen Schneedecke werden sie nicht fertig. Weiden, Faulbäume, Espen, Birken, auch Wacholder, Kiefern und Fichten stehen auf der Speisekarte des Rothirsches. Äste, Nadeln, Rinde – alles ist nutzbar. Der Rothirsch, wie auch andere Wiederkäuer, hat ein kompliziertes Verdauungssystem mit einem vierteiligen Magen, in dem Zellulose von einer Bakterien-, Pilz- und Einzeller-Armee zersetzt wird. Zusammen mit der Masse von Pflanzen werden auch diese Kleinlebewesen verdaut und von ihnen bekommen die Hirsche unersetzbare Aminosäuren. Der Rothirsch frisst junge Pflanzenteile, da sie voll mit Proteinen und Zucker sind, aber, verglichen mit dem Sommermenü, reicht das alles nur für das überleben. Kulturpflanzen sind besonders begehrt, weil sie weicher und saftiger als wilde Gewächse sind, deshalb besuchen die Rothirsche bei jeder Gelegenheit Obstgärten. Meistens geschiet das im Schutz der Dunkelheit. Diese Entscheidung wird auch darin bestärkt, dass die kleinen Äste des Apfelbaums sehr brüchig sind. Das Reh, der Rothirsch und der Elch haben ein gemeinsames anatomisches Merkmal – sie haben Schneidezähne nur im Unterkiefer. Mit dem zahnlosen Oberkiefer wird der Ast an den unteren Kiefer rangepresst und abgerißen. Je brüchiger der Ast, desto leichter ist es ihn abzureißen.Der Rothirsch weiss genau, dass der Aufenthalt im Garten gefährlich ist, deshalb unterbricht er das Essen und hört aufmerksam der Umgebung zu. Das Geweih der Rothirsche stört die Äste im inneren der Baumkrone zu erreichen. Die Weibchen und Jungen haben dieses Problem nicht. Es ist nicht mehr lange, und die Männchen werden ihre Hörner abwerfen, und Mitte März werden die alten Männchen ihre Pracht verloren haben. Die Jüngeren Männchen verlieren ihre Hörner im Mai.