Rehe im Winter

Das Reh ist die kleinste Hirschart in Lettland und es frisst feineres Futter als ein Rothirsch oder Elch. Im Winter ernährt es sich von Heidelbeerkräutern, Heidelkräutern, kleinen Ästen, Baum- und Farnknospen, manchmal gelingt es unter dem Schnee Triebe von Kräutern zu finden. Bei großem Hunger fressen Rehe auch Stroh und Grass vom vorigen Jahr. Der Schnee erschwert ihre Bewegungen und das Finden von Futter. Eine Schneedecke von 30-40cm ist eine schwere Belastung. Um an das Futter, das unter der Schneedecke liegt, zu kommen, muss das Reh den Schnee abkratzen. Stellen Sie sich vor, wie Sie sich fühlen würden, wenn sie Schnee mit dem Stiel der Schaufel und nicht mit der Schaufel graben müssten. Die dünnen Beine des Rehs sind nicht für so eine Arbeit geeignet, deshalb muss das Tier zu viel Energie verbrauchen. Für ein erfolgreiches überwintern ist es wichtig, dass die Schneedecke nicht lange bleibt, je kürzer die Zeit, je besser. Sehr gefährlich ist die Schneekruste, in der die Rehe die Beine verletzen können. Wenn im Winter der Schnee gefroren und hart ist, können die Rehen frei über den Schnee laufen, deshalb ist es für sie so günstiger. Der harte Schnee und Eis erlaubt den Rehen Äste zu erreichen, die über Teiche und andere zugefrorene Wässer hängen und die für sie in anderen Jahresezeiten nicht erreichbar sind. Jetzt können sie ungenutzte Nahrungsorte nutzen. Rehe besuchen gerne auch Friedhöfe, wo sie von den immergrünen Nadelbäumen und Blumen weiden und so für Ärger bei den Besuchern sorgen. Auch Obstgärten sind beliebte Ziele bei Rehen, hier fressen sie Knospen und Triebe von Beerensträuchen und Obstbäumen. Rehe können keine Rinde von Bäumen verzehren. Im Winter kommt es vor, dass die Rehe mit ausgelegtem Stroh, Möhren und Bete gefüttert werden. Man muss sich daran erinnern, dass Rehe, die sich daran gewöhnt haben, auch nach dem Winter hier Futter suchen werden. Deshalb muss man sich ordentlich überlegen ob man eine Futterstelle im eigenem Hof einrichten will. Die Anbindung an bewohnte Orte ist eine Bedrohung für die Rehe selbst. Sie werden von Transportmitteln bedroht sowie von Hunden und manchmal auch Wilderern.