Wölfe bei der Beute

Den Wölfen ist es gelungen einen einäugigen Hirschmännchen zu erlegen. Sein rechtes Auge ist ausgelaufen und die Wunde verheilt. Man kann nur raten, wie der Hirsch sein Auge verloren hat. Es ist kaum möglich zufällig auf einen Ast zu stoßen, da seine Augen von langen Vibrissen geschützt werden, die bei Berührung den Hirsch rechtzeitig über Gefahren warnen. Eine Möglichkeit ist, dass er das Auge beim schnellen Laufen durch den Wald verletzt hat, es ist auch nicht ausgeschlossen, dass die Wunde von einem Splitter einer Gewehrkugel entstanden ist. So ein einäugiger Hirsch ist für die Wölfe ein leichtes Ziel, weil die Augen des Hirsches an den Seiten des Kopfes sind und mit einem Auge nichts sehen bedeutet, dass der Hirsch nicht rechtzeitig auf der blinden Seite auf den Angriff der Wölfe reagieren kann. Die Wölfe reißen den Bauch des Tieres auf um die heißen, in der kalten Luft qualmenden, Eingeweide zu fressen. Wir denken gar nicht daran, dass die Wölfe so an warmes Essen kommen und deshalb fressen die Wölfe so gierig die Eingeweide von erlegten Tieren. Ein Rudel kann nie einen erlegten Hirsch ganz verzehren, deshalb kommen die Wölfe in den nächsten Tagen zu den Überresten zurück. Dieses mal ist ein Mensch bei der Beute gewesen und sein Geruch lässt den Wolf vorsichtig sein. Der mutigste ist ein alter Wolf, der den Mut hat näher an die Beute zu kommen. Die Anwesenheit der vorsichtigen Raben beruhigt die Wölfe, aber manchmal ärgern sie ihm, deshalb lässt der Wolf die Raben merken wer der Herr ist und verscheucht sie von der Beute. Raben werden manchmal als „Wolfsvögel” bezeichnet, weil sie mit den Wölfen eigenartig zusammenarbeiten. Die Raben zeigen den Wölfen, wo die Beute ist, indem sie über der Beute fliegen und Krächzen, seinerseits reagieren die Raben auf das Heulen der Wölfe. Die Raben wissen, dass nach der Mahlzeit der Wölfe noch immer einen üppig gedeckter Tisch für sie vorzufinden ist. Die weiter entfernten Kraniche werden nicht von den Wölfen gestört, aber dennoch reagieren sie auf ihre Nähe. Zuerst erscheint das Weibchen. Es hat einen kleineren Kopf und die Schnauze ist schlanker. Das Weibchen könnte schwanger sein, weil es einen runden Bauch hat. In dieser Zeit lebt das „alpha” Paar getrennt vom Rudel und das Weibchen entscheidet wo sie leben.